Die dialogische Buchbetrachtung

 

Bei der dialogischen Buchbetrachtung bespricht eine Gruppe an Kindern ein Buch zusammen, ihre unterschiedlichen Schlüsse und Interpretationen zu zu vergleichen. Man interpretiert also gemeinsam ein Buch, nachdem man es, zum Beispiel in einer Lesestunde, gelesen hat – ganz wie in einem traditionellen Lesekreis!

Worüber kann man reden?

Bei der dialogischen Buchbetrachtung geht es darum, das vorgelesene Buch und seine Bilder in Inhalt und Aussage zu verstehen.  Hierbei stehen die formulierten Gedanken der Kinder immer im Vordergrund und das Gespräch basiert auf ihren Äußerungen und Sichtweisen. Die Gesprächsleiterin bzw. der Gesprächsleiter strukturiert und bereichert die Betrachtung mit grundlegenden Fragen, etwa zum roten Faden der Geschichte und zu Erwartungen an den Fortgang der Handlung („Was meinst du wird jetzt geschehen?“; „Glaubst Du, dass Michi irgendwann mitspielen darf?“). Nützlich sind auch Hinweise auf Details in Text oder Bild, die für das Verständnis oder eine besondere Qualität des Buches wichtig erscheinen. Dabei sollte die Gesprächsführung nicht die endgültige Beurteilung an sich reißen und über gut oder schlecht entscheiden. Die Kinder sollen sich in ihren Äußerungen nicht begrenzt, eingeschüchtert oder marginalisiert fühlen. Ziel der Buchbetrachtung ist es, die Kinder zum Verständnis der Inhalte der Bücher zu führen und ihnen die Unterstützung zu geben, die sie dazu brauchen.